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Belastung durch Stress – was bedeutet das?

Eine Definition:

Stress ist eine Reaktion eines Organismus auf jede Art von Belastung, die der Anpassung des Organismus an diese Belastung dient. Diese Reaktion ist von Person zu Person und von Belastung zu Belastung unterschiedlich. Dennoch laufen einige Reaktionen nach spezifischen Mustern ab. Ohne Wahrnehmung einer Belastung/ einer potenziell bedrohlichen Situation kann kein Stress entstehen. Stressreaktionen laufen nicht bei allen Menschen in allen Belastungssituationen in gleicher Weise ab. Biologische und genetische Faktoren spielen eine Rolle. Stressreaktionen variieren auch in Abhängigkeit von der jeweiligen Belastungssituation.

Stress als wahrgenommene Diskrepanz zwischen Anforderungen und Kompetenzen

Personen setzen sich selbst durch entsprechende Bewertungsprozesse zu einer gegebenen Anforderungsbedingung ins Verhältnis. Ein stressbezogenes Verhältnis liegt vor, wenn die Person die Anforderung (Stressor) als Bedrohung, Schaden, Verlust oder Herausforderung wertet und zugleich die eigenen Bewältigungskompetenzen als nicht ausreichend einschätzt. Ein wesentlicher Ansatz der Stressbewältigung ist, stressverschärfende Bewertungen von situativen Anforderungen und eigenen Kompetenzen sowie die mit ihnen verbundenen individuellen Einstellungen zu reflektieren und in stressvermindernde Bewertungen zu transformieren.

Symptomatik

Die Zeichen von Stress und Burnout sind vielfältig: Sie können somatisch, vegetativ und psychisch sein. Übelkeit, Verspannungen, Veränderungen des Essverhaltens, Drogenmissbrauch und Alkoholmissbrauch sind möglich. Die Symptome verstärken sich im Laufe der Entwicklung, auch Panikattacken können hinzu kommen. Und was sehr wichtig ist: Stress ist nicht nur auf einen Lebensbereich beschränkt. Das Problem ist umfassend und wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus.

Phasen

Phase 1: Warnsymptome der Anfangsphase (Hyperaktivität, freiwillige und unbezahlte Mehrarbeit, Gefühl nie Zeit zu haben, Verleugnung eigener Bedürfnisse, Erschöpfung, nicht abschalten können, Unausgeschlafenheit)

Phase 2: reduziertes Engagement (Desillusionierung, Kälte, Verlust von Empathie, Aufmerksamkeitsstörungen, Verständnislosigkeit, Zynismus, Überziehen von Arbeitspausen, Tagträume, Fehlzeiten, Familienprobleme, Konflikte mit eigenen Kindern)

Phase 3: emotionale Reaktionen, Schuldzuweisungen (Depression, Selbstmitleid, Humorlosigkeit, Schuldgefühle, Nervosität, Apathie, Neigung zum Weinen, Suizidgedanken, Aggression, Launenhaftigkeit, Nörgeleien, Negativismus, Reizbarkeit, Ärger, Misstrauen, Intoleranz)

Phase 4: Abbau (Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Ungenauigkeit, Desorganisation, verringerte Eigeninitiative, Dienst nach Vorschrift, rigides Schwarz-Weiß-Denken, Widerstand gegen Veränderungen)

Phase 5: Verflachung (Gleichgültigkeit, Verflachung des sozialen Lebens, wenig persönliche Anteilnahme, Eigenbröteleinen, Aufgabe von Hobby, Desinteresse)

Phase 6: psychosomatische Reaktionen (Schwächung der Immunreaktion, Schlafstörungen, Alpträume, sexuelle Probleme, gerötetes Gesicht, Herzklopfen, Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden, erhöhter Blutdruck, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Magen- und Darmgeschwüre, Gewichtsveränderungen, veränderte Essgewohnheiten, erhöhter Alkohol,  Kaffee-, Tabak- und Drogenkonsum)

Phase 7: Verzweiflung (negative Einstellung zum Leben, Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Sinnlosigkeit, Suizid-Gedanken, existentielle Verzweiflung)